• Wer schätzt nicht das Gefühl, gesund und fit zu sein? Was kann die Politik dazu beitragen, dass Menschen gesünder leben, was müssen wir selbst tun?

    BildDer Wahlkampf in Österreich währt schon lange. Zu lange. Wahrscheinlich sind alle schon längst überanstrengt und müde. Auch die Zuseher und Zuseherinnen von TV-Duellen und großen Diskussionen. Einen entspannenden Fernsehabend darf sich da niemand erwarten. Auch Gesundheit ist ja immer wieder Thema. Meist herausgelöst aus den anderen Themen. Ich meine dass auch Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft die Gesundheit der Einzelnen beeinflussen.

    Bei der letzten TV-Diskussion mit Diskutanten aller Parteien ging das Stimmengewirr schnell kreuz und quer und durcheinander. Die andere Person ausreden lassen galt offensichtlich als Zeitverschwendung. Stattdessen wurden die Stimmen lauter und lauter. Nichts mehr war über weite Strecken zu verstehen. Solche Szenen kennt man aus dem Sandkasten. Dort beenden sie Eltern oder Pädagoginnen.

    Meine Gedanken wanderten in die Unternehmen, die ich berate und kenne.

    Konferenzen solcher Art gab es früher auch ab und an. Damals war Bereichsdenken noch angesagt. Die Bereichsleiter, von vielen Bereichskaiser genannt, fanden sich auch selbst am wichtigsten. Andere Bereiche? Ach ja, die gab es auch. Kein Wunder, dass so mancher bis spätabends im Büro blieb, um seine Wichtigkeit zu demonstrieren. Gesund war das nicht. Ich durfte öfter Strategiemeetings moderieren. Da wurde ich schon mal gefragt, welcher Bereich denn der wichtigste wäre. Nach und nach verstanden die Herren, dass sie alle gleichermaßen wichtig sind. Am Ende haben sie zusammengefunden und sinnvolle Beschlüsse gefasst.

    Seit agiles Arbeiten angesagt ist, hat sich viel verändert.

    Die Projektgruppen laufen längst bereichsübergreifend. Hierarchien nehmen in ihrer Bedeutung ab. Die Aufgabe führt. Wer für das Leiten des Projekts am besten geeignet ist wird entweder Projektowner oder Scrummaster. Beim nächsten Projekt verändern sich die Positionen wieder. Meistens laufen mehrere Projekte zugleich mit einem nicht ganz unähnlichen Personenkreis. Man schaut schon gewohnheitsmäßig über die Grenzen. Eigenverantwortung auf der einen Seite und über Fachgrenzen hinweg zusammenarbeiten macht Sinn. Wer Sinn in seiner Arbeit sieht ist entspannt und gegen Stress fast schon resistent.

    Sehen wir Österreich oder auch ein anderes Land als ein Unternehmen an.

    Die verschiedenen Parteien ähneln Bereichen mit ihren Bereichsleitern. So setzt sich beispielsweise der eine Bereichsleiter mehr für die Unternehmen ein, der andere konzentriert sich auf die Mitarbeitenden, wieder eine andere achtet auf Bildung. Und die Umwelt darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. Der Klimawandel weist uns deutlich darauf hin.

    In Unternehmen arbeiten solche Bereichsleiter inzwischen längst zusammen. Sie wissen, dass sie alle wichtig sind für den gemeinsamen Erfolg. Ohne Verkauf gibt´s eine Pleite. Ohne Entwicklung bleibt der Kunde aus und ohne Produktion vertreiben wir die Kunden.

    Ich schlage daher vor, dass die Parteichefs, alias Bereichsleiter sich endlich bewusstwerden, dass Österreich alle Bereiche benötigt. Mein Vorschlag wäre daher, dass anfallende Herausforderungen gemeinsam bewältigt werden. Als Chef des Unternehmens Österreich haben wir, dem Himmel sei Dank, einen ausgesprochen weisen Bundespräsidenten. Er beauftragt den Wahlsieger mit der Bildung der Regierung. Die Regierungsmitglieder arbeiten hoffentlich ohne persönliche Eitelkeiten – ich weiß, das ist viel verlangt, wir sind alle nur Menschen – fachlich und wertschätzend zusammen. Das Parlament sollte dabei nicht vergessen werden. Auch Abgeordnete verfügen über Wissen und Fähigkeiten, die sie gerne einbringen. Es ist klug, sie rechtzeitig in geeigneter Form miteinzubeziehen.

    Ich habe viele Strategie- und Fachmeetings in den unterschiedlichsten Unternehmen moderiert. Meine Arbeit bestand darin, die unterschiedlichsten Temperamente zur Geltung kommen zu lassen. Dann richteten sich alle wieder auf das jeweilige gemeinsame Ziel aus. Ja, das war streckenweise äußerst mühsam und anstrengend. Aber total beglückend, wenn dann doch aus gravierenden Unterschieden im Denken und Wollen das Beste für das jeweilige Ziel, für den jeweiligen Kunden herauskam. Ganz besonders erfrischend war der Effekt, dass die einzelnen Personen einander auch zwischen den Meetings wertschätzender begegnen konnten. Menschen, die gerne mit ihren Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten fühlen sich wohl, sie bleiben meistens auch gesund.

    Plötzlich war ich mit meinen Gedanken wieder bei der Fernsehsendung.

    Das müssten Politikerinnen und Politiker doch auch hinbekommen, bin ich überzeugt. Ein Kunde hat mir vor Jahren sogar gesagt, Frau Karl sie sollten Politiker moderieren. Meine spontane Antwort darauf war. Gerne, vor allem dann, wenn sie parteiübergreifend zusammenarbeiten. Als bekennende Wechselwählerin könnten mir alle vertrauen. Ich würde sie „nur“ zu einem guten Arbeitsergebnis für Österreich begleiten. Damit könnte ich letztlich zu mehr Wohlbefinden von Politikerinnen und Politikern und unserer österreichischen Bevölkerung beitragen.

    Für Menschen, die sich mutig für ihre Anliegen einsetzen wollen, habe ich in vielen Jahren den Mut-Code erforscht. Ich weiß, wie die Gesellschaft auf Einzelne einwirkt und wie Einzelne die Gesellschaft beeinflussen können.

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    Wie beeinflussen Politikerinnen und Politiker unseren Lebensstil?

    veröffentlicht am 28. September 2019 in der Rubrik Presse - News
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